Höre Deinem Pferd zu

Geschrieben von Tania Konnerth

Tania ist Autorin und Pferdecoach. Sie schreibt seit vielen Jahren für Blogs, hat diverse Bücher veröffentlicht. Ihr Ziel für "Wege zum Pferd" ist, dass Pferde besser verstanden werden.

Inspiration des Monats

Wenn wir reiten lernen, dann zeigt man uns vor allem, Signale zu geben. Wir lernen, welche Hilfen wir geben sollen und wie wir uns gegebenenfalls auch durchsetzen, damit wir erreichen, was wir möchten. Wie wichtig es aber ist, einem Pferd immer erst einmal zuzuhören und wie wir genau das lernen können, vermittelt einem leider kaum jemand. Ich aber möchte allen Pferdemenschen zurufen: Höre Deinem Pferd zu, denn nur dann kannst Du überhaupt pferdefreundlich handeln!

Höre Deinem Pferd zu, um es wahrzunehmen

Viele von uns wünschen sich eine gute Kommunikation mit ihrem Pferd, aber oft fehlt es an Wissen und manchmal auch an der Bereitschaft, dem Pferd wirklich zuzuhören. Für uns Menschen besteht Kommunikation zu einem Großteil aus Sprache, während Pferde über ihren Körper, ihre Mimik und ihr Verhalten kommunizieren. Theoretisch ist uns ja durchaus klar, dass zu einer guten Kommunikation gehört, dass wir nicht nur selbst reden, sondern auch zuhören müssen, um unser Gegenüber zu verstehen.

Höre also Deinem Pferd zu,

  • indem Du die Feinheiten in seiner Mimik unterscheiden lernst,
  • indem Du seine Körperhaltung und -ausstrahlung interpretieren lernst,
  • indem Du seine Stimmung erspüren lernst,
  • indem Du sein Verhalten nicht gleich bewertest, sondern erst einmal beobachtest,
  • indem Du es in ganz vielen verschiedenen Situationen aufmerksam wahrnimmst, ohne selbst etwas aktiv zu machen und
  • indem Du im Miteinander immer mal wieder Videos von Euch machst und schaust, worauf genau Dein Pferd wie reagiert.

Zuhören öffnet Türen, deshalb frage Dich im Zusammensein mit Deinem Pferd und auch im Training immer wieder:

Höre ich meinem Pferd zu?

Lesetipp: Versteh Dein Pferd

Höre Deinem Pferd zu

4 Kommentare

  1. Danke , ich freue mich immer sehr über die wunderbaren Denkanstösse

    Antworten
    • Und ich freu mich immer sehr über solch nette Rückmeldungen!
      Dankeschön,
      Tania

      Antworten
  2. Es ist echt wichtig dem Pferd zuzuhören, alleine schon um eine falsche Bestrafung zu vermeiden.
    Ich merke es besonders im Unterricht, das mein Pferd manchmal etwas hat, weshalb es so reagiert wie es das grade dann tut. Ein drüber wegreiten ist dann die falsche Taktik in unserem Fall. Ich habe gelernt zu gucken/prüfen was grade ein Problem darstellt und dieses Problem zu beheben. Mein Pferd zeigt mir vieles sehr deutlich, weshalb ich in solchen punkten dem Lehrer dann „widerspreche“. Sobald das Problem behoben ist geht alles ganz normal weiter und sogar dann auch besser.
    Ich möchte ein Team sein mit meinem Pferd, was ich über das zuhören einfach sehr viel besser erreiche als über das Beherrschen.

    Antworten
    • Sehr gut, Claudia! Den Mut bauchen wir alle, auch mal einem Trainer oder einer Ausbilderin zu widersprechen. Dann wird sich vieles zum Guten ändern.
      Herzlich,
      Tania

      Antworten

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