Übergänge reiten

Geschrieben von Tania Konnerth

Tania ist Autorin und Pferdecoach. Sie schreibt seit vielen Jahren für Blogs und Zeitschriften, hat diverse Bücher veröffentlicht, gibt Webinare und coacht Pferd-Mensch-Paare. Sie wünscht sich vor allem, dass Pferde besser verstanden werden.

… ist eine sinn- und wertvolle Lektion

Beim Reiten wird meiner Erfahrung nach die Grundlagenarbeit oft stark unterschätzt. Übergänge reiten gilt zum Beispiel für viele als „selbstverständlich“, aber genau das ist ein gutes Beispiel dafür, dass oft nicht bewusst erkannt wird, dass es sich hierbei tatsächlich um eigenständige und tolle Lektionen handelt.

Was viele Übergänge bewirken

Das Reiten von Übergängen zwischen den (und auch innerhalb der) verschiedenen Gangarten ist eine eigenständige und wertvolle Lektion und eine wunderbare Möglichkeit, 

  • das Pferd aufmerksam und wach zu halten, 
  • die Durchlässigkeit zu fördern, 
  • die Hinterhandaktivität zu verbessern und 
  • die Kraft des Pferdes zu steigern. 

Übergänge reiten, aber bitte mit Gefühl!

Damit Übergänge ihre positive Wirkung entfalten können, müssen sie harmonisch und fließend gelingen, und das sowohl wenn wir in eine höhere Gangart als auch wenn wir eine Gangart nach unten wechseln wollen. Noch bevor Du die Übergänge tatsächlich mit Hilfen auslösen willst, verbinde Dich innerlich mit der Gangart, die Du reiten möchtest: Spüre die Energie der Gangart, fühle den Takt, lass Dich bereits auf die Bewegung der Gangart ein und sieh die neue Gangart vor Deinem inneren Auge als Film schon laufen. 

Wundere Dich dann aber nicht, wenn Dein Pferd dieses Bild prompt beantwortet, obwohl Du noch gar keine richtige Hilfe gegeben hast! 😊 Je sensibler Dein Pferd und je verbundener Ihr miteinander seid, desto größer ist die Chance, dass genau das passieren wird, und das ist wunderschön! 

Falls es noch ein bisschen Unterstützung braucht, dann nutze vor allem Deine Stimme und Energie und immer so wenig Zügel und Schenkel wie möglich. Pariert Dein Pferd nicht durch, probiere es mal mit einem bewusstem Ausatmen. 

Text aus: Mit dem Herzen voran – der Reitkurs von „Wege zum Pferd“

Übergänge reiten

2 Kommentare

  1. Du hast ja soooo recht!
    Gerade hab ich es mit neuen Schülern wieder erlebt, dies ungläubigen staunen, wenn ich sage:“ich halte jedes meiner Pferde sowohl am Boden als auch aus dem sattel mit dem Atem, konkret mit dem ausatmen, an.“
    Und wenn es dann
    Tatsächlich
    Auch bei Ihnen klappt…

    z.t. nach etlichen Jahren reitschulalltag mit der „german Häng-&Bäng-Methode“
    Und vielen unerquicklichen Erlebnissen.

    Antworten
    • Toll, dass Deine Schüler*innen das erleben können, so etwas kann die Weichen ganz entscheidend in eine gute Richtung vestellen!

      Herzlich,
      Tania

      Antworten

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