Angst macht doof

Geschrieben von Tania Konnerth

Tania ist Autorin und Pferdecoach. Sie schreibt seit vielen Jahren für Blogs, hat diverse Bücher veröffentlicht. Ihr Ziel für "Wege zum Pferd" ist, dass Pferde besser verstanden werden.

Der Schlüssel ist Entspannung

Immer wieder erschreckt es mich, wie streng doch viele mit ihren Pferden umgehen, wenn diese vor etwas Angst haben. Dabei ist es so wichtig, viel mehr Verständnis zu entwickeln. Eine echte Schlüsselerkenntnis, durch die ich selbst viel mehr Verständnis für das Verhalten eines ängstlichen Pferdes habe, war diese: „Angst macht doof!“

Dazu ein Beispiel aus dem Anti-Angst-Kurs. Es geht darin zwar um meine damalige Hündin, aber die Erkenntnis daraus ist 1:1 übertragbar:

„Eines Nachmittags zeigte unsere Hündin Angst. Wir konnten ihr Verhalten nicht zuordnen, es musste wohl etwas im Garten vorgefallen sein, was wir nicht mitbekommen hatten. Jedenfalls verkroch sie sich mit eingekniffenem Schwanz unter einem Busch und war richtig durch den Wind. Um sie etwas abzulenken, holten wir eines ihrer Spiele. Es handelte sich dabei um ein kleines Intelligenz- und Suchspiel. Als Beagle war sie für alles, was mit der Nase zu tun hatte, immer empfänglich. Bei diesem Spiel werden Kekse unter ausgehöhlte Holzstücke versteckt und der Hund muss sie erschnüffeln und dann den Kegel anheben, um an den Keks zu kommen. Wir bauten das Spiel also auf und sie kam auch an, schnüffelte etwas, aber war nicht in der Lage, das Spiel zu lösen. Normalerweise ging sie vollkommen zielgerichtet vor und hob zuverlässig erst nur die Holzteile an, unter denen etwas lag, und dann erst die, wo nichts drunter war (für alle Fälle). An diesem Nachmittag aber konnte sie das Spiel nicht spielen. Sie schien vollkommen vergessen zu haben, was sie tun muss und sie konnte sich offenbar nicht genug konzentrieren, um es herauszufinden. Und da wurde mir schlagartig klar: Angst macht doof.“

Strenge macht es nur schlimmer!

Seid also bitte, bitte nicht streng, wenn ein ängstliches Pferd „sich blöd anstellt“ und denkt nicht, dass „es nur nicht will„. Das sind grobe Fehlinterpretationen. Wer mit einem ängstlichen Pferd schimpft oder es gar straft, erhöht nur den Stress – und damit auch die Angst.

Angst verändert ganz viel in einem Lebewesen und ich denke, das kennt jede/r von sich selbst! Unser Ziel sollte deshalb immer sein, erst einmal wieder für Entspannung und Vertrauen zu sorgen – und das beim Pferd, aber auch bei uns selbst. 

Lesetipps: Der Anti-Angst-Kurs und Versteh Dein Pferd

 

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