Besser sitzen – besser reiten

Geschrieben von Tania Konnerth

Tania ist Autorin und Pferdecoach. Sie schreibt seit vielen Jahren für Blogs, hat diverse Bücher veröffentlicht. Ihr Ziel für "Wege zum Pferd" ist, dass Pferde besser verstanden werden.

Sitzübungen mit dem Gymnastikball

Es fängt immer mit unserem eigenen Körper an: besser sitzen, besser reiten! Beim Reiten verfolgen wir ja das Ziel, dass unser Pferd über den Rücken läuft, sprich, dass es lernt, unser Gewicht mit einem schwingenden Rücken auf eine gesunde Weise zu tragen. Um die Bewegung des Pferderückens optimal mitzugehen, müssen wir sowohl die Links-Rechts-Bewegung des Pferderückens, als auch das Vor- und Zurückschieben des Pferdes in unserem Becken zulassen.

Je bewusster uns unser Becken wird, desto bewusster können wir auch erspüren, wie beweglich es ist oder genauer gesagt, wie beweglich die Gelenke sind, die mit unserem Becken verbunden sind. Das Becken selbst ist eine eher feste Konstruktion, also so etwas wie eine Schale. Das Becken ist nach oben hin mit unserer Wirbelsäule verbunden und nach seitlich unten durch die sehr beweglichen Hüftgelenke mit unseren Beinen. Direkt nach unten schließt das Becken mit unseren Sitzbeinhöckern ab.

Sehr häufig aber sind wir gerade im Becken sehr fest. Ein festgehaltenes Becken führt zu Verspannungen in unserem Sitz, was wiederum dazu führt, dass das Pferd in seinen Rückenbewegungen gestört wird. Aber ein bewegliches Becken kann man recht leicht trainieren – und zwar mit einem Gymnastikball!

Besser sitzen, besser reiten mit einem beweglichen Becken

Vielleicht habt Ihr einen solchen Gymnastikball bereits im Stall, wenn nicht, lohnt sich die Anschaffung. Sie kosten nicht viel, sind aber vielfältig zu nutzen. Pferde finden sie nämlich meist auch sehr spannend. 🙂

Setz Dich auf den Ball und bewege ihn dann sanft unter Dir nach rechts und links, nach vorne und hinten und auch kreisartig. Es soll sich angenehm und weich fließend anfühlen. Du kannst die Arme dabei auf den Oberschenkeln ablegen, angewinkelt halten, als würdest Du Zügel in der Hand halten, oder auch nach oben oder seitlich ausstrecken.

Sei behutsam und führe die Bewegungen langsam und bewusst aus. Achte darauf, dass die Bewegung wirklich vom Becken ausgeht und nicht von den Beinen oder dem Oberkörper.

Am Ende kannst Du auch mal versuchen, Dich auf den Ball zu legen – sei dabei bitte vorsichtig, nicht für jeden ist das einfach so möglich. Wenn es geht, dann versuche dabei, ganz loszulassen und die Wirbelsäule zu entspannen – das tut richtig gut!

Tipp: Mehr praktische Übungen gibt es im Reitkurs von „Wege zum Pferd!

Ach, und solltest Du das, wie ich auf den Fotos, bei den Pferden machen wollen, dann hab im Kopf, dass manche von ihnen es sehr lustig finden, einen Ball mit der Nase durch die Gegend zu schubsen, … auch wenn jemand draufsitzt 🙂

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